Inhaltsverzeichnis
- 1. Pferdegestütztes Coaching ist keine Therapie
- 2. Warum Coaching mit Pferden funktioniert
- 3. Pferdegestütztes Führungstraining und Führungskräftecoaching
- 4. Pferd ist Partner – kein Werkzeug
- 5. Braucht man dafür eine Ausbildung?
- 6. Was bringt das Erlebnis im Vergleich zum reinen Gespräch?

- Keine Psychotherapie: Pferdegestütztes Coaching dient der persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung – es ist keine Behandlung psychischer Erkrankungen.
- Spiegel der Körpersprache: Pferde reagieren wertfrei und unmittelbar auf Ausstrahlung, Präsenz und Distanz. Sie machen blinde Flecken im Verhalten sofort erlebbar.
- Fokus auf Alltagstransfer: Der Nutzen entsteht nicht durch ein schönes Erlebnis allein, sondern durch die gezielte Reflexion und Übertragung der Erkenntnisse in den Alltag.
- Besuche Marion Thishen-Hendess in Hamburg und buche Dein eigenes pferdegestütztes Coaching.
Pferde, Coaching, Therapie – da werden schnell Begriffe durcheinandergebracht. Ein kritischer Kommentar hat mich deshalb dazu gebracht, einmal genauer hinzuschauen und aufzuklären: Was ist pferdegestütztes Coaching eigentlich, was kann es leisten – und wo liegen die Grenzen?
„Warum braucht es dafür ein Pferd? Das kann man doch auch im einfachen Gespräch lösen.“
Eine berechtigte Frage. Und genau deshalb möchte ich hinter die Kulissen meiner Arbeit blicken lassen.
Pferdegestütztes Coaching ist keine Therapie
Beginnen wir mit einer entscheidenden Abgrenzung: Pferdegestütztes Coaching ist keine Psychotherapie und kein Ersatz für eine medizinische oder therapeutische Behandlung.
Als professionelle, pferdegestützte Coach behandle ich keine psychischen Erkrankungen und stelle keine Diagnosen. Während die Therapie Krankheiten heilend begleitet, fokussiert sich pferdegestützte Persönlichkeitsentwicklung auf Menschen, die sich mit konkreten persönlichen oder beruflichen Fragestellungen weiterentwickeln möchten:
- Körpersprache & Wirkung: Wie wirke ich auf andere und wie klar kommuniziere ich?
- Souveränität & Grenzen: Wie setze ich Grenzen und treffe mutige Entscheidungen?
- Selbstbewusstsein: Wie gehe ich mit Unsicherheit um und was stärkt mein Auftreten?
- Führung: Wie möchte ich als Führungskraft wahrgenommen werden?
- Veränderung: Was hält mich davon ab, den nächsten Schritt zu gehen?
Die Persönlichkeitsentwicklung mit Pferd setzt bei Fragen der Eigenverantwortung und des persönlichen Wachstums an. Sollte im Prozess deutlich werden, dass jemand therapeutische Hilfe benötigt, gehört es zur beruflichen Ethik, dies transparent anzusprechen und an entsprechende Fachstellen zu verweisen.
Warum Coaching mit Pferden funktioniert
Eine häufige Frage lautet: Warum beziehen wir überhaupt Tiere ein? Die Antwort: Beim Coaching mit Pferden machen wir uns das feinfühlige Verhalten von Herden- und Fluchttieren zunutze.
Einem Pferd ist es völlig egal, welchen Titel wir tragen, wie überzeugend wir uns darstellen oder welche Rolle wir spielen möchten. Es reagiert nicht auf eine Fassade, sondern auf das, was im Hier und Jetzt tatsächlich da ist:
- Unmittelbare Körpersprache und Körperspannung
- Innere Anspannung oder Ruhe
- Nähe, Distanz und Raumeinnahme
- Absolute Klarheit oder unbewusste Hektik
Im Pferdecoaching entsteht dadurch ein ehrliches, wertfreies Feedback. Es geht keineswegs darum, das Verhalten des Tieres mystisch zu deuten. Vielmehr schaffen wir eine konkrete Übungssituation, die wir gemeinsam beobachten und systematisch reflektieren:
- Was hast Du in der Interaktion gemacht?
- Was hat sich verändert und wie hat das Pferd darauf reagiert?
- Wo kennst Du dieses Verhaltensmuster aus Deinem Berufs- oder Privatleben?

Pferdegestütztes Führungstraining und Führungskräftecoaching
Besonders im Business-Kontext zeigt diese Methode erstaunliche Ergebnisse. Ein pferdegestütztes Führungstraining bietet Führungskräften einen geschützten Raum, um ihren individuellen Führungsstil frei von Hierarchiegefügen zu testen.
Ein pferdegestütztes Führungskräftecoaching macht Führung im wahrsten Sinne des Wortes erlebbar. Pferde folgen niemandem aus bloßem Gehorsam; sie folgen natürlicher Autorität, Vertrauen und Klarheit. Führungskräftecoaching mit Pferden macht somit blinde Flecken in der eigenen Kommunikation sofort sichtbar und hilft dabei, Präsenz und Durchsetzungsstärke auf natürliche Weise zu festigen.
Pferd ist Partner – kein Werkzeug
Bei aller Begeisterung gilt für mich ein eiserner Grundsatz: Das Tier ist kein Werkzeug, sondern ein Partner. Das Wohlbefinden des Pferdes steht immer an oberster Stelle.
Ein Pferd muss nicht „funktionieren“, nur weil ein Coachingtermin gebucht wurde. Es braucht jederzeit die Möglichkeit, sich zurückzuziehen, Abstand einzunehmen und eigene Grenzen zu zeigen. Zu verantwortungsvollem pferdegestütztem Arbeiten gehört es daher zwingend zu beobachten: Ist das Tier entspannt? Zeigt es Stresszeichen? Passt die Situation für dieses Tier? Wenn nicht, wird die Situation verändert oder beendet.
Braucht man dafür eine Ausbildung?
Da der Begriff „Coach“ in Deutschland nicht gesetzlich geschützt ist, lohnt sich ein genauer Blick auf die Qualifikationen. Transparenz ist hier das Fundament.
Ich komme nicht aus dem klassischen „Ich habe gestern beschlossen, Coach zu werden“-Umfeld. Ich habe über viele Jahre in mittelständischen Unternehmen gearbeitet – unter anderem in Vertrieb, Kundenbetreuung und Marketing – und war lange mit Führungsverantwortung, Personalentwicklung und Veränderungsprozessen beschäftigt. Ergänzt durch Ausbildungen im Coaching- und Kommunikationsbereich sowie praktische Erfahrung in der Arbeit mit Menschen und Pferden verbinde ich Feldkompetenz mit methodischem Know-how.
Was bringt das Erlebnis im Vergleich zum reinen Gespräch?
Natürlich ist das Gespräch ein wesentlicher Bestandteil meines Coachings. Der Unterschied liegt darin, dass wir eine Situation nicht nur besprechen, sondern unmittelbar erleben können.
Statt eine Stunde lang theoretisch über Selbstbewusstsein zu sprechen, gestalten wir eine Sequenz mit dem Pferd, in der die Person selbst erlebt, wie sich Körpersprache, Präsenz und Klarheit auswirken. Danach folgt der Transfer: Was war anders? Was hat funktioniert? Und was davon lässt sich in den beruflichen und privaten Alltag übertragen?
Denn nachhaltig ist ein Coaching erst dann, wenn nicht nur eine schöne Stunde in Erinnerung bleibt, sondern neue Perspektiven und konkrete Handlungsmöglichkeiten entstehen.
















