Saisonal kochen – so kochst Du nach Jahreszeit

Mareike Di. 18 Okt.

Wichtige Kernpunkte

  • Saisonkalender
    In einem Saisonkalender siehst Du, welches Obst und Gemüse in welchem Monat reif ist.
  • Vorteile der saisonalen Küche
    Saisonale Lebensmittel sind meist günstiger, nachhaltiger und enthalten mehr Vitamine.
  • Saisonal einkaufen
    Plane saisonale Rezepte vor dem Einkaufen ein und werfe stets einen Blick auf die Herkunft Deiner Zutaten.
  • Regional ist nicht gleich regional
    Regionalität ist kein geschützter Begriff, was genau regionale Lebensmittel sind, lässt sich unterschiedlich auslegen.
  • Wo kann ich saisonal einkaufen?
    Saisonale Lebensmittel findest Du oft auf dem Wochenmarkt oder direkt auf dem Bauernhof. Einige Höfe versenden auch Obst- und Gemüseboxen.

Im Frühling ernten wir herzhaften Bärlauch und leckeren Spargel, im Sommer werden die Beeren an den Sträuchern reif und auf den Feldern wächst gelber Mais, im Herbst ernten wir knackige Äpfel von den Bäumen und genießen leckeren Kürbis und im Winter gibt es frischen, knackigen Grünkohl. Das macht die regionale und saisonale Küche aus: Wir kochen mit Obst und Gemüse, welches bei uns heimisch ist und erntereif zur Verfügung steht.

Hier lernst Du, welches Obst und Gemüse in welcher Jahreszeit Saison hat, wie Du am besten saisonal einkaufen kannst und welche Vorteile saisonales Kochen mit sich bringt. Außerdem findest Du in diesem Artikel ein leckeres saisonales Rezept.

Was bedeutet saisonal kochen?

Saisonal kochen bedeutet, Lebensmittel auszuwählen, die gerade Saison haben – also in der aktuellen Jahreszeit reif und verfügbar sind, und zwar im eigenen Land. Das heißt, wir nutzen das, was die Natur derzeit hergibt.

"Für mich bedeutet saisonal Kochen außerdem mehr Freude, insbesondere Vorfreude. Vorfreude auf den Spargel im Frühling zum Beispiel, der gerade deswegen so besonders ist, weil er nicht das ganze Jahr verfügbar ist." (Mareike)

Saisonkalender – Welches Essen eignet sich für welche Jahreszeit?

In der Übersicht findest Du einige Beispiele, welches Saisongemüse und saisonale Obst im Frühling, Sommer, Herbst und Winter verfügbar ist.

SaisonSaisongemüse und -obstSaisonale Gerichte
Saisonal Kochen FrühlingBärlauch, Radieschen, Spargel, Spinat, Endiviensalat, RhabarberBärlauchpesto, Quinoa-Salat mit Spargel und Spinat, Spargelpasta, Spinat in Suppen oder Smoothies
Saisonal Kochen SommerBeerenobst, Blattsalate, Fenchel, Gurken, Kartoffeln, Kirschen, Mais, Mangold, Zucchini, (Paprika und Tomaten erst ab August)Fenchelrisotto, Gurkenkaltschale, Kartoffel-Mangold-Auflauf, gegrillte Maiskolben, Ratatouille
Saisonal Kochen HerbstApfel, Aubergine, Birne, grüne Bohnen, Kürbis, Rote Bete, Rot-/Weißkohl, Schwarzwurzel, Trauben, ZwetschgenHerbstliche Eintöpfe z.B. grünen Bohnen, Krautwickel, Kürbiscurry, Rahmschwarzwurzeln, Rote Bete-Salat
Saisonal Kochen WinterChicorée, Feldsalat, Grünkohl, Pastinaken, RosenkohlFeldsalatbett zu Walnusspasta, Portugiesisches Reisgericht mit Grünkohl, Pastinakenpommes, geschmorter Rosenkohl mit Pilzen

Ein Saisonkalender zeigt an, wann Obst, Pilze, Gemüse, Kartoffeln und Mais hierzulande Saison haben. Für jedes Lebensmittel wird angezeigt, in welchen Monaten sie üblicherweise reif sind und uns erntefrisch zur Verfügung stehen. Einige Saisonkalender beinhalten außerdem, Informationen darüber, welche saisonalen Lebensmittel uns aktuell aus Lagerhaltung zur Verfügung stehen und welche Nahrungsmittel im Handel aus anderen Ländern importiert werden.

In unserem Kochkurs zum Thema “Gesundes und saisonales Kochen” lernst Du alles, was Du über die saisonale Küchen wissen solltest.

Äpfel und Hagebutten liegen in einer Obstschale.

Was sind die Vorteile der saisonalen Küche?

Die Saisonale Küche bietet einige Vorteile:

  • Saisonales Gemüse und Obst ist meist günstiger: Der Preis reguliert sich durch das natürlicherweise hohe Angebot während der Saison. Erdbeeren sind also zum Beispiel als saisonales Obst im Juli erschwinglicher als zum Silvesterdinner.
  • Nachhaltigkeit: Werden Obst und Gemüse außerhalb der Saison gekauft, müssen die Lebensmittel im Gewächs- oder Lagerhaus gekühlt werden und teilweise auch aus anderen Ländern eingeflogen werden. Saisonales Gemüse und Obst ist daher deutlich nachhaltiger. Ressourcen werden geschont und lange Transportwege vermieden.
  • Freude und Dankbarkeit: Genießen wir, haben wir angenehme Gefühle. Die Besonderheit, dass saisonale Lebensmittel nur für einen begrenzten Zeitraum verfügbar sind, beschert uns mit der Freude, dieses Lebensmittel jetzt gerade genießen zu dürfen und dankbar dafür zu sein.
  • Beziehung zur Natur: Durch die saisonale Küche stärken wir unsere Beziehung zwischen Natur und unserer Nahrung.
  • Reifes saisonales Gemüse und Obst: Der industrielle Anbau von Obst und Gemüse zielt vor allem auf schnelles Wachstum ab, wodurch es oft zu einem verwässerten Geschmack kommt. Insbesondere exotisches Obst wird zum Teil unreif geerntet, damit es den langen Transport übersteht. Jedoch kann es nicht so nachreifen, dass sich der Geschmack bestmöglich entwickelt. So kommt es, dass eine frisch geerntete Papaya auf Bali begeistert und eine in Deutschland gekaufte enttäuscht.
  • Saisonobst und -gemüse sind gesünder: Durch den langen Transport der Lebensmittel gehen Vitamine und Vitalstoffe verloren. Deshalb freut sich auch unser Körper über regional und saisonales Kochen.
  • Abwechslung auf dem Teller: Exotische Früchte mögen spannender sein als ein Apfel, aber für unsere Gesundheit reicht unser heimisches, saisonales Angebot an Obst und Gemüse aus, um den Bedarf zu decken. Ernähre Dich am besten abwechslungsreich. Das meiste Obst und Gemüse lässt sich außerdem durch Einfrieren oder Einmachen haltbar machen und so außerhalb der Saison genießen.
“Sensorisch möchte ich Dich auf eine Genussprobe stellen: Hast Du schon einmal Erdbeeren im Winter probiert? Erinnerst Du Dich noch daran, wie die Erdbeeren ausgesehen, gerochen und geschmeckt haben? Vergleiche jetzt Deine Erfahrung mit den Sinneseindrücken, die Dir Erdbeeren im Sommer vermitteln. Ich denke, wir sind uns alle einig, dass die Erdbeeren während ihrer Saison im Sommer ein genussvolleres Erlebnis sind.” (Mareike)

Tipps für die saisonale Küche – So kaufst Du saisonal ein

  • Orientiere Dich für Deine Einkaufsliste an einem Saisonkalender: Hänge einen Saisonkalender in Deiner Küche oder Vorratskammer auf. Eine Alternative ist eine Saisonkalender App. So behältst Du saisonales Obst und Gemüse stets im Blick!
  • Rezepte saisonal planen: Wenn Du die Rezepte für die Woche saisonal planst, greifst Du auch beim Einkaufen zu saisonalen Lebensmitteln. Auf der anderen Seite reduzierst Du Deinen Stress durch gezieltes Einkaufen und denkst nicht erst beim Einkauf über Rezepte nach.
  • Frühling, Sommer, Herbst und Winter – von der Saison inspirieren lassen: Der Einkauf kann uns auch inspirieren. Einige saisonale Waren werden in Supermärkten attraktiver aufgestellt und beworben, zum Beispiel mit anderen, dazu passenden Zutaten wie beispielsweise Spargel, der uns neben Sauce Hollandaise und Weißwein im Eingangsbereich begrüßt.
  • Ein Blick auf die Herkunft lohnt sich: Trotz Saisonalität können Obst und Gemüse von weit her importiert werden, da das einheimische Angebot noch zu gering ist oder die Lebensmittel so günstiger vertrieben werden.
  • Auch auf dem Wochenmarkt gilt – Herkunft beachten: Größere Anbieter verkaufen neben in Deutschland erntereifen Lebensmitteln häufig auch nicht-saisonale, importierte Ware aus dem Großhandel. Andere, meist kleinere und regionale Anbieter bieten regional saisonale Lebensmittel vom eigenen Hof an. Nachfragen lohnt sich also!

Kuchen aus saisonalen Zutaten mit Apfel, Kernen und Haferflocken

Was bedeutet regional und saisonal Kochen?

Regionalität bedeutet, dass Lebensmittel nach ihrer Herkunft ausgewählt werden. Ziel der regionalen Küche ist es, Transportwege der Lebensmittel kurzzuhalten und damit sowohl die Lebensmittel als auch die Umwelt zu schonen. Durch regionales Einkaufen wird außerdem auch die regionale Wirtschaft gestärkt.

Gut zu wissen: Regionalität ist kein geschützter Begriff und kann damit ganz unterschiedlich ausgelegt werden. Solltest Du beispielsweise einen “regionalen” Weißkohl in Frankfurt kaufen, kann dieser entweder von einem 20 Kilometer entfernten Hof in der Rhein-Main-Region stammen oder z.B. aus einem 160 Kilometer entfernten Hof in Hessen. Daher lohnt es sich oft, genauer hinzuschauen: Teilweise wird der Produzent ganz offensichtlich auf der Verpackung preisgegeben, teilweise findest Du den Hersteller durch einen Blick auf die aufgedruckte Adresse heraus. Ganz allgemein kann man auch immer den Verkäufer des Vertrauens danach fragen.

Definition hin oder her - saisonal geht nur regional, da es um Obst und Gemüse geht, welches in Deutschland wächst. Je näher, desto besser für Dich und die Umwelt natürlich.

Vor allem Menschen, die in der Stadt wohnen und regional saisonal kochen möchten, müssen oft länger nach passenden Lebensmitteln Ausschau halten.

Hier noch einige Tipps, wie Du saisonale und regionale Lebensmittel findest:

  • Besuche doch mal einen Wochenmarkt. Besonders Städte haben meist große Märkte mit reicher Auswahl an saisonalem und regionalem Obst und Gemüse. Zum Teil findest Du hier auch erschwingliche Bio-Produkte.
  • Eine weitere Möglichkeit sind Verkaufsautomaten, in denen Du zum Beispiel Kartoffeln und je nach Saison Zucchini, Kürbis, Spinat etc. findest.
  • Einige Bauernhöfe bieten ihre Produkte außerdem in einem eigenen Hofladen an. Diese finden sich meist in ländlicheren Regionen, doch einige Höfe bieten einen Lieferservice für Obst- und Gemüseboxen an. Diese sind je nach Anbieter und persönlicher Auswahl mit regionalem, saisonalen Obst und Gemüse bestückt.

Schnelles und einfaches saisonales Rezept im Herbst

Gelbes Kürbiscurry

Kürbiscurry mit Reis in einer Schale.

Zutaten:

  • 800 g Butternut-Kürbis
  • 1 Stange Lauch
  • 2 EL Rapsöl
  • 2-3 TL gelbe Currypaste
  • 150 g tiefgekühlte Erbsen
  • 200 ml Kokosmilch
  • 200 ml Wasser
  • 250 g Basmatireis
  • 1-2 EL Sojasauce
  • 40 g geröstete Kürbiskerne

Zubereitung:

  1. Butternut-Kürbis schälen, entkernen und in Würfel schneiden. Lauch in Ringe schneiden, waschen und abtropfen lassen.
  2. Rapsöl in einem Topf erhitzen und 2 TL gelbe Currypaste und Lauch darin anschwitzen. Kürbis und Erbsen hinzugeben und mit Kokosmilch und Wasser ablöschen. Das Ganze nun 10 Minuten köcheln lassen. Währenddessen den Reis nach Verpackungsanweisung kochen.
  3. Das Curry mit 1-2 TL Sojasauce und nach Geschmack mit mehr Currypaste abschmecken und noch einmal aufkochen lassen.
  4. Das Curry zum Reis servieren und mit gerösteten Kürbiskernen bestreuen.

Tipps:

  • Die Kerne aus dem Kürbis können vom Fruchtfleisch entfernt, getrocknet und für das nächste saisonale Rezept geröstet werden.
  • Wer ein saisonales One Pot Gericht machen möchte, kann den Reis auch mit 250 ml Wasser mehr direkt im Curry kochen.

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